Die Kurzstudie ist ein unabhängiger Standpunkt vor dem Hintergrund der möglichen Zerschlagung des Arcandor Konzerns und untersucht, inwiefern ein
fililalisiertes Warenhausformat internationalen Ausmaßes in Deutschland erfolgreich zu betreiben ist.
Die Kurzstudie folgt drei zentralen Fragestellungen:
- Was sind Ursachen der aktuellen Situation des Handelsformats Warenhaus in Deutschland?
- Können Geschäftsmodelle international erfolgreicher Warenhäuser auf Deutschland übertragen werden?
- Welcher Transformationsbedarf besteht hin zu einer erfolgreichen "Deutschen Warenhaus AG"?
Kernaussage Totgesagte leben länger: Das (filialisierte) Warenhausformat ist nach grundsätzlicher Neuausrichtung auch heute noch erfolgversprechend zu betreiben
Ergebnisse im Detail - USA und Europa wichtigste Märkte für Warehauskonzept – während Warenhäuser im Europäischen Ausland am Marktwachstum partizipieren, kehrt sich in Deutschland diese Entwicklung um: Rückgang der Warenhausumsätze um durchschnittlich 2% jährlich
- Internationale Top Performer demonstrieren, dass Warenhäuser auch in eher saturierten Kernmärkten erfolgreich zu betreiben sind – Wachstum und Ebitda Margen von über 5%
- Deutsche Warenhäuser sehen sich meist drei wesentlichen Herausforderungen gegenüber
- Hausgemachte Probleme wie bspw. Investitionsstau, hohe Altwarenbestände, komplexe Systemlandschaften und mangelnde Außen- und Zielorientierung
- Sandwichposition zwischen Spezialisten und Discountern
- Zunehmende Erosion tradierter ‚Ziel‘gruppe der ‚klassischen Mitte‘
- Erfolgreiche Warenhäuser positionieren sich mit Ihrem Werteversprechen für spezifische Zielgruppen und richten Ihr Geschäftsmodell durch die Differenzierung vertrieblicher Stellhebel auf ihre Positionierung aus
- Sortiment, Service, Kundendienst bleiben dominante Hebel – Deutsche Kernwettbewerber mit Handlungsbedarf: aus Kundensicht kaum wahrnehmbare Differenzierung erreicht
- Internationale Wettbewerber demonstrieren Erfolgsrezept: auf Zielgruppenbedürfnisse fokussierte Sortimentsbreite und starke Einzelsortimente, insbesondere Fashion
- Heutige Strategie ‚Alles für Jeden‘ bedarf grundsätzlicher Überarbeitung: Insbesondere Ausrichtung des Textilsortimentes anhand von Preis-/ Mode-Matrix erforderlich
- Mögliche ‚Deutsche Warenhaus AG’ kann mit grundlegender Neuausrichtung des Geschäftsmodells erfolgreich sein:
- Anpassung des ‚Debenhams‘ Format realistische Alternative zu Umgestaltung als innerstädtisches Einkaufszentrum
- Deutsche Warenhaus AG wird mittelfristig nur mit ‚Outpacing‘ / Vorteils-Strategie erfolgreich – Anschubfinanzierung erforderlich
- Umfassender Transformationsbedarf auf strategischer, vertrieblicher und operativer Ebene – Neue Infrastruktur einzuziehen
- Langfristig wahrscheinlich nur 45 Stadt-/ Landkreise mit nachhaltigem Potenzial für (filialisiertes) Warenhausformat
- Zahlreiche Alternativen für mögliche Schließungsstandorte denkbar
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